Antoniushaus, Hochheim

40 Jahre alte Gebäude sind in die Jahre gekommen

- Landrat Michael Cyriax informiert sich über Sanierungsbedarf an der Peter-Josef-Briefs-Schule

- Antoniushaus bittet um Unterstützung des Main-Taunus-Kreises für geplanten Teilneubau und Sanierung

 

Hochheim, den 5. November 2018.- Hoher Besuch im Antoniushaus: Der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax, und Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier, Dezernatsleiter Jugend, Schulen, Kultur, Hochbau und Liegenschaften, informierten sich vor Ort über dem Sanierungsbedarf an der Peter-Josef-Briefs-Schule, der Förderschule des Antoniushauses für körperliche und motorische Entwicklung.


Bei einem Rundgang um das sternförmig angelegte, einstöckige Gebäude aus den 1980er Jahren wurden zahlreiche Mängel sichtbar: Ein undichtes Flachdach, Setzrisse zwischen den einzelnen Gebäudeteilen, modrige, in die Jahre gekommene Holzverkleidungen, zugige Fenster. Viele der Mängel, auch im Inneren des Gebäudes, würden seit Jahren immer wieder provisorisch ausgebessert. „Das ist kein Zustand und vor allem sehr kostenintensiv, ohne eine dauerhafte und zufriedenstellende Lösung zu schaffen“, so Dr. Caspar Söling, der Sprecher der Geschäftsführung des Antoniushauses.


Bernhard Bangert, der Architekt des Antoniushauses, der Neubau- und Sanierungsmaßnahmen begleitet, ging im Inneren des Gebäudes auf weitere Schwachstellen des Schulgebäudes ein. Ein großes Thema dabei: Der Platzmangel. „Als die Schule errichtet wurde, war sie für viel weniger Schüler ausgelegt, als wir heute hier beschulen. Auch waren vor 40 Jahren die Hilfsmittel, die die Schülerinnen und Schüler benötigen, noch viel einfacher und kleiner als es heute der Fall ist. Das hat zur Folge, dass wir heute mit den großen Rollstühlen nicht, oder nur sehr schwer in die Sanitärräume kommen.“ Auch fehle der notwendige Stellplatz für nicht genutzte Hilfsmittel. „Wir haben Kinder hier, die mehrere große Hilfsmittel benötigen, und das jeden Tag“, ergänzte Rolf Stephan, der Schulleiter der Peter-Josef-Briefs-Schule. „Beispielsweise stehen Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, täglich in einem Stehständer, um Kreislauf, Gelenke und Nieren zu trainieren.“ In dieser Zeit müsse das andere, nicht benötigte Hilfsmittel jedoch irgendwo abgestellt werden – die Klassenräume seien hierfür zu klein. „Deshalb haben wir jetzt aus der Not heraus einen Teil unserer Pausenhalle innerhalb des Gebäudes mit Stellwänden abgetrennt. Dieser Platz fehlt den Kindern bei Schlechtwetter aber zum Spielen.“


„Zu alt und zu klein – und nicht den Anforderungen an modernen, differenzierten Unterricht entsprechend“, fasste Dr. Caspar Söling den baulichen Zustand der Peter-Josef-Briefs-Schule zusammen. Und stellte Landrat Cyriax und den Gästen den Lösungsvorschlag des Antoniushauses vor: Die Idee ist, direkt neben der Schule auf dem Gelände des Antoniushauses einen Teilneubau als Ausweichquartier zu errichten und dann abschnittsweise die bestehende Schule zu sanieren. Damit würden auch zusätzliche  Räume geschaffen, die für die stetig wachsende Schülerschaft nötig seien. Aktuell besuchen 164 Schülerinnen und Schüler die Förderschule, ausgelegt war die Schule bei ihrem Bau in den 1980er Jahren für 120 Schüler.
In ihren Planungen unterstützt werden Geschäftsführung und Schulleitung von Elternvertretern, die Landrat Cyriax eine Unterschriftenliste von 400 Eltern überreichten, in der diese eine Sanierung und Vergrößerung der Schule unterstützen, damit ihre Kinder, die alle eine körperliche und motorische Beeinträchtigung haben, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Schule besuchen können.


Der Landrat erklärte die Bereitschaft des Kreises, an einem Runden Tisch mit der Schule teilzunehmen, um den Umfang nötiger Sanierungen und Erweiterungen sowie der Finanzierungsfragen zu klären. „Wir wissen um die Bedeutung der Peter-Josef-Briefs-Schule für den Kreis“, so Cyriax. Sie übernehme wichtige Aufgaben und ergänze damit das staatliche Schulangebot. Der Kreis wäre zur Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten bereit, die Einzelheiten müssten dann aber noch geklärt werden: „Die Peter-Josef-Briefs-Schule und das Antoniushaus leisten eine wichtige, engagierte Arbeit. An einem Runden Tisch wollen wir dazu beitragen, dass es eine zügige, tragfähige Lösung gibt.“

 

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