Antoniushaus, Hochheim

Die Welt ins Klassenzimmer holen

Edith-Stein-Schule im Antoniushaus wird „WUS-Grenzenlos-Schule“

 

Hochheim, den 29. November 2017.- Für ihr besonderes Engagement im Bereich Globales Lernen wurde die Edith-Stein-Schule im Antoniushaus jetzt vom World University Service (WUS) als „Grenzenlos-Schule“ ausgezeichnet. Bereits seit dem Schuljahr 2016/17 thematisiert die Berufliche Schule im Rahmen des Projektes „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ Globalisierung und Nachhaltigkeit über den täglichen Unterricht hinaus.


„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung! Natürlich wird das Thema Globalisierung auch im Unterricht behandelt, etwa in den Fächern Politik und Wirtschaft, oder auch im Religions- und Ethikunterricht. Aber klar ist, dass der direkte Austausch mit den Grenzenlos-Referenten für unsere Schüler ein absolutes Highlight ist und ganz neue Erkenntnisse bringt. Das Projekt holt die Welt quasi ins heimische Klassenzimmer“, freute sich Schulleiter Matthias Stumpf, als er die Auszeichnung von Dr. Julia Boger, Referentin für Grenzenlos, überreicht bekam. Passend zum Anlass fand die Übergabe der Urkunde  in einem Klassenzimmer statt, in dem anschließend direkt ein Grenzenlos-Workshop zum Thema „Vergessene Krankheiten“ veranstaltet wurde.


Folgen des Klimawandel, Kaffeeproduktion, FairTrade, nachhaltiger Tourismus – das sind nur einige Themen, mit denen sich Schüler der Edith-Stein-Schule in den vergangenen Monaten bereits gemeinsam mit Referenten des Projektes Grenzenlos beschäftigt haben. Im Rahmen mehrerer Lehrkooperationen brachten Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Beeinträchtigung Nachhaltigkeits- und entwicklungspolitische Themen näher. Passend zur zum jeweiligen Unterrichtsfach und mit Unterstützung der beteiligten Lehrer der Edith-Stein-Schule bereiteten sie die Inhalte gut verständlich auf.


So zeigte etwa Swapnila Pant, Studentin der Humanmedizin, bei ihrem Grenzenlos-Einsatz im Fach Englisch der Fachoberschulklasse 12 anhand von Film- und Bildmaterial die Folgen des Klimawandels in Nepal und Bangladesch, die sie in ihrer Heimat Nepal erlebt hat. Cyrus Robiro aus Kenia, der in Frankfurt Sozialwissenschaften studiert, und Philosophie-Student Ankisawi Misganu B. aus Äthiopien warfen gemeinsam mit Schülern einen Blick auf das Alltagsgetränk Kaffee. Mit einem Planspiel und Diskussionsrunden veranschaulichten sie die Lieferkette von Kaffee sowie das Thema Preispolitik.


Als besonders wertvoll schätzt Dr. Gabriele Söhling, Lehrerin an der Edith-Stein-Schule und Initiatorin der Kooperation, die authentische Wissensvermittlung durch die Grenzenlos-Referenten ein: „Die Referenten aus den unterschiedlichen Ländern wecken Interesse für Themen, die die Schüler vielleicht bis dahin nicht so im Blick hatten. Sie schauen quasi über den Tellerrand hinaus.“


Dass die Berufsschüler Interesse an globalen Themen haben, zeigt sich in den einzelnen Workshops deutlich: es werden viele Fragen gestellt und Themen diskutiert. „Die Schüler hier sind alle sehr interessiert. Mir gefällt, dass die Jugendlichen etwas für das Leben aus dem Workshop mitnehmen, dass ich sie informieren kann. Gleichzeitig nehme auch ich neue Gedanken und Impulse aus den Veranstaltungen mit. Wir lernen gegenseitig voneinander“, zeigte sich Referent Chao Tan, der im Alltag Architektur in Kassel studiert, begeistert über das Interesse der Edith-Stein-Schüler.


Als frisch zertifizierte „Grenzenlos-Schule“ wird die Edith-Stein-Schule auch im kommenden Schulhalbjahr gemeinsam mit dem World University Service verschiedene Workshops rund um das Thema „Globales Lernen“ veranstalten.


Ziel der Kooperation mit dem Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ des World University Service (WUS) ist es, die Berufsschüler zum Perspektivenwechsel und kritischer Auseinandersetzung mit Globalisierungsthemen anzuregen. Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika sind für das Projekt im Einsatz und führen Lehrkooperationen zu Themen des Globalen Lernens an berufsbildenden Schulen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland durch. Die Lehrkooperationen finden auf Grundlage des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz (KMK) erstellten Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung statt.

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