Antoniushaus, Hochheim

Schülern eine Stimme geben

- Commerzbank-Stiftung unterstützt mit 25.000 Euro Peter-Josef-Briefs-Schule im Antoniushaus Hochheim

 

- Spende für Anschaffung von Talkern, iPads und weiteren Kommunikationshilfen

 

Hochheim, den 14. März 2018.- „Ich möchte ein Wasser trinken", bestellt ein Schüler an dem kleinen Snack-Stand im Lehrerzimmer der Peter-Josef-Briefs-Schule des Antoniushauses. Statt der Lehrerin hinter dem Tresen mündlich seinen Wunsch zu übermitteln, tippt er den Satz Wort für Wort über Symbole in einen Talker ein. Eine mechanische Stimme ertönt und gibt seine Bestellung auf. „Als Außenstehender fragt man sich zunächst: ‚Unterstützte Kommunikation‘ – wie funktioniert das eigentlich? Was wir hier und heute selbst ausprobieren, ist ein ganz wesentlicher Schritt zu mehr Eigenständigkeit im Alltagsleben", betont Kirsten Böddeker, Vorstand der Commerzbank-Stiftung.

 

Dank der finanziellen Unterstützung der Commerzbank-Stiftung konnte die Peter-Josef-Briefs-Schule elf iPads und zwei Tablets mit entsprechenden Talker-Programmen, einen Talker mit Augensteuerung und weitere Kommunikationshilfen anschaffen, die bei der feierlichen Spendenübergabe mit viel Freude ausprobiert wurden.

 

„Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, was die Mitarbeiter hier im Antoniushaus leisten, um jeden Schüler individuell zu fördern. Mithilfe von neuen Kommunikationstechniken wird jungen Menschen, die darauf angewiesen sind, eine Stimme gegeben. Das ist gesellschaftliches Engagement mit Vorbildcharakter", so Kirsten Böddeker.

 

„Wir sind froh und dankbar, mit der Commerzbank-Stiftung einen so verlässlichen Partner an unserer Seite zu wissen", dankte Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung des Antoniushauses, Kirsten Böddeker bei der Spendenübergabe. Es sei nicht das erste Mal, dass mit Mitteln der Stiftung Material für die Arbeit mit den Schülern angeschafft werden konnte. „Bereits mehrfach haben Sie uns unterstützt: Etwa vergangenes Jahr, als wir eine Reihe von Sportgeräten wie Kettcars und Basketball-Rollis kaufen konnten. Oder vor zwei Jahren, als Sie maßgeblich zur Finanzierung unseres neuen Sportplatzes beigetragen haben."

 

Andreas Sipf, Kaufmännischer Geschäftsführer des Antoniushauses, betonte: „Ohne Institutionen wie Ihre müssten eine Reihe von Wünschen der Kinder und Jugendlichen unerfüllt bleiben, die wir alleine nicht finanziell realisieren könnten. Auch Ihr erneutes Engagement zeigt uns, wie wichtig und sinnvoll Ihr Beitrag ist: Es ist so schön zu beobachten, mit welchem Elan die Schüler über die Talker kommunizieren. Das zeigt uns auch: Die Kinder und Jugendlichen wissen ganz genau, was sie sagen möchten. Sie brauchen dazu einfach nur das passende Hilfsmittel. Und deshalb freuen wir uns, dass wir durch die Zuwendung der Commerzbank-Stiftung neue Geräte für Unterstützte Kommunikation anschaffen konnten."

 

Rund 30% der Schülerinnen und Schüler an der Peter-Josef-Briefs-Schule sind aufgrund einer Beeinträchtigung in ihrer täglichen Kommunikation auf Unterstützte Kommunikation angewiesen. Durch kleine Sprachcomputer – sogenannte „Talker" – erhalten die betroffenen Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich mithilfe der Technik mitzuteilen und am Unterricht teilzunehmen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Wie vielfältig das Angebot für Kommunikationshilfen ist, demonstrierten eine Schülerin und ein Schüler bei der Spendenübergabe: So steuert Marius seinen Talker durch Tastendruck mit den Händen, Laura hingegen über einen Taster mithilfe ihres Knies, wie die beiden bei der Spendenübergabe stolz vorführten. Wieder andere Kinder sind aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung darauf angewiesen, einen Talker mit den Augen steuern zu können.

 

„Bei der Unterstützten Kommunikation handelt es sich um einen individuellen Entwicklungsprozess, der bei jedem Kind anders verläuft", erklärte Bettina Thomas, LUK-Kommunikationspädagogin (LUK: Lehrgang Unterstützte Kommunikation) und Lehrerin an der Peter-Josef-Brief-Schule. Jedes Kind habe andere körperliche Voraussetzungen und auch Vorlieben. Durch das Vorhandensein unterschiedlicher Modelle mit verschiedenen Grundprogrammen an der Schule könne mit jedem Schüler ausprobiert werden, welche Kommunikationshilfe sich für ihn am besten eignet.

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