Antoniushaus, Hochheim

„Wir alle brauchen Riten und Orte, an denen unsere Trauer Raum bekommt“

- „Ort des Gedenkens“ in der Kapelle des Antoniushauses eingeweiht

- Ergebnis einer Projektarbeit realisiert lange gehegten Wunsch

 

Hochheim, den 30. Oktober 2019.- „Wir wünschen uns einen Ort, der an verstorbene Bewohner, Mitarbeiter und Schüler erinnert.“ Dieser schon seit längerem im Antoniushaus geäußerte Wunsch ist ab sofort Realität. Zwar pflegt jede Gruppe, jeder Bereich eine individuelle Trauerarbeit, doch bislang fehlte ein gemeinsamer Ort, der an die Verstorbenen  erinnert.

 

Der „Ort des Gedenkens“, der Ende Oktober im Rahmen einer Feier eingeweiht wurde, ist das Ergebnis einer Projektarbeit, in der sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Antoniushauses verschiedene Vorschläge zu dessen Gestaltung erarbeitet hatten. „Der Verlust eines Menschen brauch Riten und Orte, an denen die Trauer Raum bekommt und gelebt werden kann“, erläuterte Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung des Antoniushauses, den Auftrag an die Projektgruppe unter der Leitung der Seelsorgerin Monika Dittmann. „Im Antoniushaus leben, arbeiten und feiern wir gemeinsam. Und manchmal trauern wir zusammen. Hierfür haben wir nun einen Ort gefunden und gestaltet, den wir mit dieser besonderen Feier gemeinsam einweihen wollen.“

 

Die Umsetzung des „Ortes des Gedenkens“ erfolgte in einem Teilbereich der Kapelle des Antoniushauses: Andreas Spiegelhalter, Künstler und Kunstlehrer an der Peter-Josef-Briefs-Schule, entwarf ein Glasfenster, das im Glasstudio Derix in Taunusstein umgesetzt und in die Außenwand der Kapelle eingebaut wurde. Das raumhohe Fenster wurde mit der Unterstützung der Josefs-Gesellschaft finanziert.

 

Zum Ort des Gedenkens gehört auch ein handgebundenes Gedenkbuch, gefertigt von Schwester Placida aus der Abtei St. Hildegard im Rheingau. Dieses Buch hat neben dem neuen Fenster in der Kapelle seinen Platz gefunden. Darin verzeichnet sind die Menschen, die in den vergangenen Jahren im Antoniushaus verstorben sind.

 

Die Feierstunde zur Vorstellung des Ortes des Gendenkens wurde bewusst im Umfeld von Allerheiligen und Allerseelen gelegt. Sie stand unter der Überschrift: Texte und Töne „über den Tod hinaus geschaut“. Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Schule lasen Texte vor, die sich mit dem Thema Sterben und Tod sowie der österlichen Hoffnung des christlichen Glaubens befassen. Sie hatten sich im Vorfeld im Rahmen einer AG der Schulseelsorgerin Elke Lederer mit diesem Thema beschäftigt.

 

Musikalisch wurde die Feier gestaltet von Marina Perez, einer Schülerin der Edith-Stein-Schule, Lukasz Wojtun, der z. Zt. sein FSJ im Antoniushaus absolviert, sowie Markus Tillinger, Schüler der befreundeten Musikschule in Hochheim.

 

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